Nachlassabwicklung / Testamentsvollstreckung

Nachlässe und Testamentsvollstreckungen
In den letzten Jahren konnte die Kanzlei Staufenbiel einen weiteren Schwerpunkt im Bereich der Abwicklung von Nachlasssachen setzen. Regelmäßig wird die Kanzlei von zahlreichen Nachlassgerichten mit der Abwicklung von Nachlassangelegenheiten, in der Regel für die unbekannten Erben, beauftragt.

Hierbei ist zwischen der Nachlasspflegschaft und der Nachlassverwaltung zu unterscheiden.

Nachlasspflegschaft

Die Anordnung einer Nachlasspflegschaft erfolgt über das Nachlassgericht auf Antrag eines Dritten, wenn sicherungsbedürftiges Vermögen vorhanden ist und ein Erbe zu dieser Zeit nicht bekannt ist oder aber das Erbe aus unterschiedlichen Gründen, z.B. persönlichen oder oftmals auch wirtschaftlichen Gründen, ausgeschlagen wurde. Nach erfolgter Beauftragung durch das Nachlassgericht ist die primäre Aufgabe des Nachlasspflegers die Sicherung und Verwaltung des Nachlasses sowie anschließend die Ermittlung von potenziellen Erben.

Zur Sicherung des Nachlass zählt nicht nur die Inbesitznahme von Vermögensgegenständen, sondern insbesondere die Beendigung von Dauerschuldverhältnissen, um laufende Ansprüche an die Nachlassmasse bzw. weitere Verbindlichkeiten zu verhindern. Durch die Beendigung von Dauerschuldverhältnissen ergeben sich oftmals auch Forderungen zu Gunsten der unbekannten Erben aus Erstattungsansprüchen durch zuviel geleistete Beiträge oder Vorauszahlungen.

Nach erfolgter Auswertung der Unterlagen ist ein Nachlassverzeichnis aufzustellen, um zu ermitteln, inwiefern ein Aktivnachlass nach Abzug der Verbindlichkeiten vorhanden ist. Aus Wirtschaftlichkeitsgründen hat der Nachlasspfleger zudem abzuwägen, inwiefern eine kos-tenpflichtige Einlagerung oder aber eine Verwertung des Nachlasses, z.B. aufgrund des laufenden Wertverlustes bei Technikartikeln, Fahrzeugen, Mobiliar, etc. erfolgen sollte.

Bei ausreichendem Nachlassvermögen sind die bekannten bzw. ermittelten Verbindlichkeiten durch den Nachlasspfleger auszugleichen. Stellt sich allerdings bei den Ermittlungen heraus, dass das Passivvermögen das Aktivvermögen übersteigt, hat der Nachlasspfleger die Mög-lichkeit, einen Insolvenzantrag gem. § 317 InsO zu stellen oder aber eine Vereinbarung mit den Gläubigern dahingehend zu treffen, dass das vorhandene Nachlassvermögen analog eines Insolvenzverfahrens quotal an sie unter Verzicht auf die Restforderung verteilt wird.

Ausgehend von einem vorhandenen Aktivnachlass sind etwaige Erben zu ermitteln. Hierbei behilflich sind insbesondere im Nachlass aufgefundene Stamm- bzw. Familienbücher, Personenstandsurkunden, etwaige Erbscheine nach Vorverstorbenen, etc.. Über eingeschaltete Behörden oder aber auch Kircharchive sind anschließend weitere Informationen zu erlangen.
Zudem wurden diesseits mehrere positive Erfahrungen mit unterschiedlichen Erbenermittlern gemacht.

Aus unterschiedlichen Gründen ist es für gesetzliche Erben schwierig, innerhalb der Ausschlagungsfrist des Erbes binnen 6 Wochen ab Kenntnisnahme, Informationen zu bekommen, um herauszufinden, inwiefern der anzutretende Nachlass vermögend oder aber überschuldet ist. Im Gegensatz zum Nachlasspfleger, der sich durch die Bestallungsurkunde legitimieren kann, ist es Personen theoretisch nicht möglich, Informationen zu erlangen, ohne das diese sich durch einen erteilten Erbschein legitimieren können. Um möglichen Erben die Sicherheit zu geben, dass sie durch das Erbe nicht mit ihrem eigenen Vermögen für Verbindlichkeiten haften, haben diese die Möglichkeit, ebenfalls beim Nachlassgericht einen Antrag auf Nachlassverwaltung zu stellen.

Nachlassverwaltung

Wie bereits erwähnt, sind im Gegensatz zur Nachlasspflegschaft die Erben hier bekannt. Gemäß § 1975 BGB handelt es sich bei der Nachlassverwaltung um eine Nachlasspflegschaft, welche zum Zweck der Befriedigung der Nachlassgläubiger angeordnet wird. Die Anordnung  erfolgt lediglich auf Antrag des Erben, wodurch sich dessen Haftung auf das Erbe beschränkt.

Hierbei handelt Nachlassverwalter nicht als Vertreter der unbekannten Erben sondern Partei kraft Amtes und verwaltet den Nachlass an Stelle der Erben. Die vollständige Befriedigung der Verbindlichkeiten ist hier das primäre Ziel. Stellt sich im laufenden Verfahren heraus, das die Nachlassmasse nicht ausreichen wird, die Verbindlichkeiten in Gänze auszugleichen, ist umgehend ein Insolvenzantrag zu stellen. Andernfalls ist ein verbleibendes Erbe an die Erben herauszugeben.

Die Kanzlei Staufenbiel ist aufgrund Ihrer langjährigen Erfahrungen und spezifischen/fundierten Kenntnisse im Bereich der Nachlassabwicklung aber auch im Bereich der Konkurs- und Insolvenzverwaltung ein stets kompetenter und zuverlässiger Ansprechpartner für die Gerichte und die Gläubiger, aber vor allem auch für die Erben.

Gern stehen wir Ihnen jederzeit für eine umfassende und kompetente Beratung zur Verfügung.